Quivira 3.2

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Aktuelle Version

Quivira 3.2

Quivira 3.2 enthält 7.535 Zeichen.

Übersicht

Verwendung

Sie können Quivira frei verwenden, aber wegen einiger tech­nischer Gegeben­heiten ist Quivira nicht immer die beste Wahl (ab­hängig vom Ver­wendungs­zweck).

SMP-Zeichen

Die Zeichen in den Blöcken ab »Ancient Greek Numbers« werden nicht in allen Programmen korrekt an­gezeigt.

Kombinierende Zeichen

Quivira enthält einige kombinierende Zeichen, aber keine Anweisungen, wie diese zu platzieren sind. Die meisten Programme platzieren Sie deswegen nicht korrekt.

Kerning

Quivira enthält derzeit kein Kerning. Eventuell wird es in späteren Versionen hinzu­gefügt.

Hinting

Quivira ist nicht gehintet und wird es wahr­schein­lich auch nie sein.

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Verwendung

Quivira kann zu jedem Zweck frei verwendet werden, auch kommerziell. Sie können Quivira kopieren und weiter­geben, aber bitte ohne Veränderungen und ohne zu behaupten, selbst der Autor zu sein. Falls Sie Quivira weiter­geben, ist es nicht nötig, eine Extra-Datei mit Namens- oder Quellen­angabe hinzu­zufügen, da diese Informationen in der TTF-Datei selbst enthalten sind. Ich wäre allerdings sehr dankbar für einen Link, sofern dieser sinnvoll gesetzt werden kann.

Es gibt Verwendungs­zwecke, für die Quivira eventuell nicht die beste Wahl ist:

Ihr verarbeitendes Programm muß nicht unbedingt Unicode unterstützen, damit Sie Quivira verwenden können, aber in einer nicht Unicode-fähigen Umgebung werden Sie höchst­wahr­scheinlich nicht alle Zeichen nutzen können.

Wenn Sie Quivira für ein Dokument verwenden und dieses verschicken, bedenken Sie, daß der Empfänger ebenfalls Quivira installiert haben muß, besonders wenn Sie Zeichen aus der Private Use Area verwenden. Sie können Quivira in ein PDF einbetten, die TTF-Datei mitschicken oder einen Link zur Download-Seite einfügen.

SMP-Zeichen

Das Universal Character Set (UCS) ist in 17 Ebenen (Planes) aufgeteilt, von denen jede 65.536 Codepoints enthält. Die erste und wichtigste ist die Basic Muliti­lingual Plane (BMP, Plane 0), die von jedem Programm unter­stützt wird, das über­haupt Unicode-fähig ist. Die anderen 16 Ebenen werden allerdings von vielen Programmen noch nicht unterstützt.

Quivira enthält einige Zeichen in der Supple­mental Multi­lingual Plane (SMP, Plane 1), namentlich die Blöcke »Ancient Greek Numbers«, »Ancient Symbols«, »Lycian«, »Carian«, »Old Italic«, »Gothic«, »Lydian«, »Musical Symbols«, »Ancient Greek Musical Notation«, »Tai Xuan Jing Symbols«, »Mathe­matical Alpha­numeric Symbols« und »Domino Tiles«. Ob diese korrekt angezeigt werden, als fehlende Zeichen oder sogar als jeweils zwei fehlende Zeichen, hängt sowohl vom Programm als auch vom Betriebs­system ab.

Beispiels­weise zeigen Mozilla Firefox 3, Microsoft Word 2002 und Adobe Reader 8 (getestet unter Microsoft Windows XP) diese Zeichen alle richtig an. (Word bietet sie nicht in seinem Sonder­zeichen-Dialog an, aber wenn sie aus einem anderen Programm hinein­kopiert werden, verhalten sie sich wie alle anderen Zeichen auch.)

Als ersten Test betrachten Sie dieses Zeichen: 𝔔

Generell ist es schwierig vorher­zusagen, wo diese Zeichen richtig angezeigt werden und wo nicht. Probieren Sie es im Zweifel einfach aus.

Kombinierende Zeichen

Quivira enthält einige kombi­nierende Zeichen, v.a. im Block “Combining Diacritical Marks”. Diese Zeichen sollen sich mit den jeweils voran­gehenden verbinden, z.B. soll ein A, gefolgt von einem kombi­nierenden Akut-Akzent (´), wie Á aussehen und nicht wie A´. Das bedeutet, die kombi­nierenden Zeichen müssen sowohl hori­zontal als auch vertikal an den voran­gehenden ausgerichtet werden. Es gibt viele solcher Beispiele, und sie kommen in zahl­reichen Schriften vor, nicht nur im Lateinischen.

Allerdings enthält Quivira keine Anweisungen, wie diese zu platzieren sind. Die hori­zontale Ausrichtung könnte theoretisch durch Kerning realisiert werden (dies ist aber nicht der Fall, siehe Kerning), wogegen vertikale Ausrichtung im TrueType-Format gar nicht möglich ist. Zudem würde die hori­zontale Ausrichtung alleine keine zufrieden­stellenden Ergebnisse liefern, da z.B. bei Zeichen wie i und j der Punkt entfernt werden müßte (was im TrueType-Format ebenfalls unmöglich ist).

Manche Programme zeigen solche Kombi­nationen, oder zumindest einen Teil davon, trotzdem richtig an. Beispiels­weise platziert Microsoft Word­2002 die hebräischen Diakritika korrekt, aber nicht die lateinischen. Manche Programme ersetzen auch bekannte Zeichen­folgenden durch entsprechende andere Zeichen, so daß es z.B. passieren kann, daß ein A mit Akut-Akzent richtig aussieht, ein F mit Akut-Akzent aber nicht (da es letzteres nicht vorgefertigt gibt).

In zukünftigen Versionen wird Quivira eventuell ins OpenType-Format konvertiert, wodurch diese Probleme gelöst werden könnten. (Ich habe bereits mit Rogier van Dalen’s OpenType compiler OTComp experi­mentiert – mit sehr guten Ergebnissen, aber leider gingen dabei die SMP-Zeichen kaputt.)

Kerning

Kerning, im Deutschen auch Unterschneidung, ist die Veränderung des Abstands zwischen zwei Zeichen. Beispiels­weise werden T und e in »Te« üblicher­weise näher anein­ander­gerückt als O und e in »Oe«, da der Abstand zwischen ihnen wegen ihrer Form größer wirkt. Zwei Zeichen, für die eine solche Abstands­änderung geregelt ist, werden Kerning-Paar genannt. Von diesen Kerning-Paaren können bis zu 10.000 in einer TrueType-Schriftart definiert werden.

Wegen dieser Einschränkung enthält Quivira in der aktuellen Version überhaupt kein Kerning. Auch wenn 10.000 Kerning-Paare sehr viele zu sein scheinen, reichen sie tat­sächlich nicht einmal für die lateinische Schrift aus. Wenn eine Unicode-Schriftart mit der vollständigen lateinischen Schrift ein Kerning-Paar für T und e enthält, muß sie ent­sprechend auch Ţ, Ť, Ŧ, Ƭ, Ʈ, Ț, Ⱦ, Ṫ, Ṭ, Ṯ und Ṱ in Kombi­nation mit è, é, ê, ë, ē, ĕ, ė, ę, ě, ȅ, ȇ, ɇ, ɘ, ə, ɚ, ḕ, ḗ, ḙ, ḛ, ḝ, ẹ, ẻ, ẽ, ế, ề, ể, ễ und ệ behandeln. Dieses eine Beispiel resultiert also bereits in 12 × 29 = 348 Kerning-Paaren. Dann kommen »Ta«, »To«, »Tu«, »Va«, »Ve«, »AV«, … und es gibt mehr als 200 kombi­nierende Diakritika, die für jeden voran­gehenden Buch­staben aus­gerichtet werden müßten. Nun erscheinen 10.000 Kerning-Paare nicht mehr so viele, und selbst 100.000 würden nicht ausreichen.

Zudem müßten Diakritika auch noch vertikal ausgerichtet werden, was im TrueType-Format gänzlich unmöglich ist.

Dieses Problem kann eventuell in Zukunft gelöst werden, indem Quivira ins OpenType-Format konvertiert wird, da dieses bessere Möglich­keiten für Kerning bietet (Zeichen können gruppiert werden, d.h. alle oben gezeigten Kombi­nationen von T- und e-förmigen Zeichen können mit einer einzigen Regel behandelt werden, und die Anzahl der Regeln ist nicht beschränkt). Solange Quivira aber als TrueType-Schriftart vorliegt, wird es kein Kerning geben.

Hinting

Hinting ist eine Technologie innerhalb des TrueType-Formats, die verwendet wird, um die Zeichen in das Pixel­raster des Bild­schirms einzu­passen. Es handelt sich um eine Assembler-ähnliche Programmier­sprache, und die Hinting-Anweisungen müssen für jedes einzelne Zeichen in jeder Schrift­größe erstellt werden (zumindest für kleinere Schriftgrößen). Es gibt Programme, die dies automatisch tun, aber alle Ergebnisse, die ich bisher erreichen konnte, waren schlechter lesbar als das ungehintete Original. Deswegen ist Quivira nicht gehintet.

Dadurch kann es passieren, daß Quivira auf dem Bild­schirm unschärfer dar­gestellt wird als andere Schriftarten. Drucker sind davon nicht betroffen, da sie höhere Auflösungen haben als Bildschirme und Hinting deswegen ohnehin nicht verwenden.

Ob Quivira unscharf dargestellt wird, und wie stark der Effekt ist, hängt vom Betriebs­system und dem ver­arbeitenden Programm ab. Da aller­dings Anti-Aliasing, Subpixel rendering und Auto-Hinting-Algorithmen immer besser und immer häufiger verwendet werden, verliert das Problem des fehlenden Hintings mit der Zeit immer mehr an Bedeutung.¹

Quivira ist in den meisten Programmen bei üblichen Schrift­größen bereits gut lesbar, und ich habe nicht die Zeit, um die Hinting-Anweisungen für mehrere tausend Zeichen manuell zu erstellen. Das bedeutet, daß in absehbarer Zeit kein Hinting geplant ist, und daß Quivira wahr­scheinlich niemals gehintet sein wird.

¹ Unter Microsoft Windows Vista sollte gar kein Unterschied mehr zu sehen sein, da Vista von Haus aus Microsofts Glättungs­algorithmus »ClearType« verwendet. Die neuen mit Vista mit­gelieferten Schrift­arten wie z.B. Calibri sind ebenfalls nicht mehr gehintet.