Was ist Quivira?
Quivira ist eine frei verwendbare Unicode-Schriftart im TrueType-Format, das von allen gängigen Textverarbeitungsprogrammen und Druckern unterstützt wird. Unicode-Schriftart bedeutet, sie enthält mehr als nur die Standardzeichen für einige westeuropäische Sprachen.
Vom typographischen Standpunkt gesehen ist Quivira eine proportionale Serifenschriftart wie beispielsweise die bekannteren Times New Roman oder Garamond, also sehr gut geeignet zum Schreiben gut lesbarer Texte.
Quivira wird kontinuierlich um neue Sonderzeichen erweitert; es lohnt sich also, hin und wieder mal nach neuen Versionen zu schauen.
Aktuelle Version
Die aktuelle Version 3.8 enthält 10.343 Zeichen (davon sind 343 neu gegenüber Version 3.7).
Seit Version 3.8 basiert der Zeichenvorrat von Quivira auf Unicode 6.1. In Unicode 6.1 wurden u.a. neue Zeichen in bereits vorhandenen Blöcken definiert, so daß in Quivira 3.8 auch Blöcke wieder vervollständigt wurden, die bereits als vollständig (nach Unicode 6.0) ausgewiesen waren.
Hinzugefügte oder erweiterte Blöcke
- Armenian (vervollständigt, 1 neues Zeichen)
- Georgian (vervollständigt, 5 neue Zeichen)
- Miscellaneous Mathematical Symbols-A (vervollständigt, 2 neue Zeichen)
- Coptic (vervollständigt, 2 neue Zeichen)
- Georgian Supplement (vervollständigt, 2 neue Zeichen)
- Tifinagh (vervollständigt, 2 neue Zeichen)
- Vai (vollständig, 300 Zeichen)
- Cyrillic Extended-B (vervollständigt, 9 neue Zeichen)
- Latin Extended-D (vervollständigt, 5 neue Zeichen)
- Enclosed Alphanumeric Supplement (vervollständigt, 2 neue Zeichen)
- Emoticons (vervollständigt, 13 neue Zeichen)
Unter »Zeichen« finden Sie eine vollständige Übersicht aller unterstützten Blöcke und Zeichen.
Frühere Versionen sind in der Version History aufgelistet.
Ziel
Das Ziel dieses Projekts ist eine möglichst umfangreiche Unicode-Schriftart, die dabei aber trotzdem ästhetisch ansprechend sein soll. Unterstützte Schriftsysteme (wie z.B. Latein, Griechisch, Kyrillisch) sollen vollständig unterstützt werden, so daß Quivira wirklich für alle Sprachen verwendet werden kann, die diese Schriftsysteme verwenden.
Natürlich kann man fehlende Zeichen aus anderen Schriftarten hinzuziehen (viele Programme tun das sogar automatisch). Das ist auch klar besser, als wenn das fehlende Zeichen gar nicht angezeigt würde, aber es sieht niemals gut aus. Denn die andere Schriftart, aus der es stammt, hat so gut wie sicher andere Breiten, eine andere Strichdicke und andere Buchstaben- und Zeilenhöhen. Solche optisch unpassenden Zeichen nennt man Zwiebelfische.
Trotzdem wird Quivira niemals alle Zeichen enthalten, die in Unicode definiert sind. Dies ist allein technisch unmöglich, da eine Schriftart auf 65.536 Zeichen limitiert ist, während Unicode bereits über 100.000 definiert.¹ Allerdings werde ich dieses Limit aufgrund meiner beschränkten Zeit voraussichtlich niemals erreichen.
Der Schwerpunkt Quiviras liegt auf den gebräuchlichen Alphabetschriften (Latein, Griechisch, Kyrillisch u.a.), den Symbolen, die in Kombination damit verwendet werden können (v.a. mathematische Sonderzeichen) sowie älteren Alphabetschriften, die noch für Studienzwecke verwendet werden (z.B. Runen, Gotisch, Altgriechisch u.a.). Nicht geplant sind dagegen die Han-Ideographen.² (Andere ostasiatische Schriften wie Hiragana und Katakana sind durchaus möglich, haben derzeit aber eher niedrige Priorität.)
¹ Ein möglicher Lösungsweg für dieses Problem ist derjenige, den James Kass beschreitet: Er verteilt die Zeichen auf drei Schriftarten (Code2000, Code2001 und Code2002), die perfekt zueinander passen, aber unterschiedliche Bereiche abdecken.
² Umgangssprachlich »chinesische Zeichen«; tatsächlich werden sie für Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und z.T. auch Vietnamesisch verwendet. Wegen ihrer großen Anzahl (mehr als 70.000) bedeuten sie einen wesentlich größeren Aufwand als alle anderen Zeichen zusammen. Dazu kommt, daß diese Zeichen sich am besten durch andere Schriftarten ersetzen lassen, da sie sich optisch sowieso sehr stark von den anderen unterscheiden. Gegebenenfalls können zukünftige Versionen von Quivira aber einen Teil dieser Zeichen enthalten, beispielsweise nur die gebräuchlichsten, die an asiatischen Schulen gelehrt werden.

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